Die Burger Wiese im Viehlaßmoos

Spielwiese des Lungenenzian-Ameisenbläulings


Die Kreisgruppe pflegt die Fläche im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde Erding.
Die Moorwiese im Naturschutzgebiet Viehlaßmoos bietet dem seltenen Lungenenzian-Ameisenbläuling (Phengaris alcon) optimalen Lebensraum. 

Durch die Pflegemaßnahmen der LBV Kreisgruppe konnte der Bestand des stark gefährdeten Lungen-Enzians (Gentiana pneumonanthe) vergrößert werden. Davon wiederum profitiert der Lungenenzian-Ameisenbläuling, der, wie sein Name schon vermuten lässt, stark von dieser Pflanze abhängig ist. Der Falter legt seine Eier auf die Knospen des Enzians, sie dienen den Raupen als erste Nahrungsgrundlage. Nach einiger Zeit lassen sich die Raupen auf den Boden fallen und warten bis sie von der Knoten-Ameise in deren Bau getragen werden. Da die Raupen in der Lage sind, den Duft der Ameisen zu imitieren, fallen sie dort nicht auf und können sich an den Ameisenlarven satt fressen. Im Gegenzug hinterlässt die Raupe den Ameisen ein zuckerhaltiges Sekret. Schließlich verpuppt sich die Raupe um im nächsten Frühjahr als blauer Schmetterling davon zu flattern. 

Auch der sehr seltene Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous), dessen Raupe als Wirtspflanze den Großen Wiesenknopf benötigt, ist hier beheimatet.
Wirt dieses Schmetterlings ist ausschließlich die Knotenameise Myrmica rubra.
Um den Charakter dieser offenen, sehr feuchten Wiese und den Bestand der Knoten-Ameise zu erhalten, wird sie jährlich im Spätherbst gemäht und das Mahdgut abtransportiert. Dadurch wird auf der Wiese der Schilfbestand und auf den trockenen Standorten die aus Amerika eingeschleppte Goldrute zurückgedrängt.

 

Gut zu wissen…

… Früher hielt das Vieh der Landwirte die Flächen am Freisinger Buckl
und im Viehlassmoos von starkem Aufwuchs frei. Jetzt werden die
Mäharbeiten mit dem Balkenmäher erbracht und das Mahdgut auf
Planen händisch abgezogen. Eine „tierisch“ schwere Arbeit!

 

Weitere Informationen zum Naturschutzgebiet Viehlaßmoos finden Sie auch auf Wikipedia Naturschutzgebiet Viehlaßmoos

 

 

 

Der Freisinger Buckl

 

Im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde Erding pflegt die Kreisgruppe seit einigen Jahren Flächen auf dem Freisinger Buckl in Zusammenarbeit mit der LBV-Kreisgruppe Freising.

Vor ihrer Regulierung war das Flussbett der Isar hunderte Meter breit. Dynamisch änderte der Fluss immer wieder seinen Lauf und schob dabei Schotter zu langen Kiesbänken zusammen. 

Eine solche „Brenne“, wie diese Schotterbänke auch genannt werden, findet sich im Naturschutzgebiet „Freisinger Buckl“ bei Hirschau. Brennen bieten vielen gefährdeten Pflanzenarten beste Standortbedingungen.
Vor allem Orchideen wie das Kleine Knabenkraut (Orchis morio) und die Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea) bevorzugen diese trocken-warmen Flächen.
Um den Charakter des Halbtrockenrasens zu erhalten, führt die Kreisgruppe dort einmal jährlich Mäharbeiten durch. Zur Abmagerung wird das Schnittgut sofort abtransportiert. Aufwachsende Büsche und Bäume werden entfernt. 

Dadurch konnte der Bestand an Regensburger Ginster (Cytisus ratisbonensis) und Deutschem Backenklee (Dorycnium germanicum) vergrößert werden. Die Trockenstandorte des Gebiets wechseln sich ab mit Feuchtflächen. Hier konnte durch die Arbeit der Kreisgruppe der Bestand des Großen Wiesenknopfes und des mit ihm in Symbiose lebenden Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläulings (Maculinea teleius) erhalten bleiben.   

 

Gut zu wissen…

… Früher hielt das Vieh der Landwirte die Flächen am Freisinger Buckl
und im Viehlassmoos von starkem Aufwuchs frei. Jetzt werden die
Mäharbeiten mit dem Balkenmäher erbracht und das Mahdgut auf
Planen händisch abgezogen. Eine „tierisch“ schwere Arbeit!

 

Weitere Informationen zum Naturschutzgebiet Freisinger Buckl finden Sie auf Wikepedia > Freisinger Buckl


Biotoprealisierung 


Die Kreisgruppe Erding schuf in den Jahren 2010 und 2011 am westlichen Ortsrand von Fraunberg auf einer zwei Hektar großen Ackerfläche ein neues Komplexbiotop. Möglich wurde dieses Projekt als Christian Kainz auf die LBV-Kreisgruppe zukam und ihr anbot, sein Grundstück für die Neuanlage eines Biotops zur Verfügung zu stellen. Dem Grundstücksbesitzer war aufgefallen, dass naturbelassene Grünflächen in den letzten Jahren stark zurückgegangen und ehemals heimische Tier- und Pflanzenarten verschwunden waren. Aktiv wollte er dieser Entwicklung entgegen wirken und zusammen mit dem LBV ein Rückzugsgebiet für Tier- und Pflanzenarten schaffen.

Entstehung des Biotops

Im ersten Jahr wurden insgesamt 1250 Sträucher (u. a. Pfaffenhütchen, Holunder, Schneeball, Schlehe und Haselnuss) und 180 Bäume (Eichen, Eschen, Erlen und Hainbuchen) in kleinen Gruppen gepflanzt. Im Jahr darauf wurden drei Gewässer auf dem Grundstück angelegt und die Flächen zwischen den Gehölzgruppen und den Teichen mit artenreichen Saatgut aus heimischer Herkunft eingesät. Die Planung und Koordinierung der Maßnahmen übernahm das Landschaftsarchitekturbüro Hupfer. Die Bepflanzung führte die Landschaftsgärtnerei Gaißmaier aus Weipersdorf durch, die auch das Pflanzenmaterial und das Saatgut stellte. Den Wildschutzzaun inklusive Pfosten spendete die Waldbesitzervereinigung Erding, welcher von LBV-Aktiven gesetzt wurde. Finanziert wurde das Projekt mit Landschaftspflegemitteln der Unteren Naturschutzbehörde Erding und Eigenmitteln des LBVs.

Wertvoller Lebensraum


Heute bieten die neugeschaffenen und von Regenwasser gespeisten Tümpel vor allem Amphibien und Insekten wertvollen Lebensraum. Über den Zuzug des seltenen Laubfrosches (Hyla arborea) in das Biotop freut sich die Erdinger LBV-Kreisgruppe besonders.